Nitrat und Pflanzenschutzmittel? Sickerwasser, Grundwasser oder doch Trinkwasser? Wo liegen die Unterschiede? In der Presse und im Internet liest man immer wieder Beiträge über erhöhte Nitrateinträge in den Boden, die sich teilweise stark auf die Qualität des Grundwassers auswirken können. Oft wird direkt die ansässige Landwirtschaft als alleiniger Verursacher ausgemacht.

Wie sich die Situation im Versorgungsbereich des Wasserversorgungsverbandes Moormerland-Uplengen-Hesel-Jümme darstellt, wie genau gemessen wird, welche Folgen dies hat und welche Maßnahmen zum Schutz unseres Grundwassers durchgeführt werden, darüber hat sich der Vorstand unseres Gemeindeverbandes im Rahmen einer auswärtigen Sitzung in den Räumen des Wasserversorgungsverbandes in Hasselt informiert.

Der Verband versorgt die rund 54.000 Einwohner aus Moormerland, Uplengen, Hesel, Jümme und Teilen von Leer mit Trinkwasser, das zwischen 30 und 100 Jahre alt ist.

Verbandsvorsitzender Hartwig Aden, Verbandsgeschäftsführer Heinz Hotze und Hinrich Sparringa von der Außenstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Leer informierten uns umfangreich über die Arbeit des Verbandes und die Kooperation der Wasserversorgungsverbände im Landkreis Leer mit den Landwirten innerhalb der Wasserschutzgebiete. Die Perspektive der Landwirtschaft vermittelten Justus Ackermann und Hilmar Mittag.


Es entwickelte sich zügig eine angeregte Diskussion, die bis in den späten Abend fortgesetzt wurde.
Schnell wurde klar: Einfache Antworten rund um das Thema der Nitrateinträge gibt es nicht. Neben erheblichen Unterschieden in den Messvorschriften ist auch der Schluss, dass allein die Landwirtschaft als Verursacher in Frage kommt, bei Weitem zu kurz gegriffen. Differenzierte und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze sind für eine ökologisch sowie ökonomisch nachhaltige Problemlösung unumgänglich.

Ostfriesland bzw. Leer hat zumindest im Moment noch kein Nitrat- bzw. Pflanzenschutzmittelproblem im Trinkwasser.
Die Notwendigkeit auch in unserer Region zukünftig Maßnahmen gegen Nitrat- und Pflanzenschutzmitteleinträge in das Grundwasser umzusetzen, besteht weiterhin, um die hervorragende Qualität unseres Trinkwassers auch für die Zukunft zu bewahren.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die diesen informativen Abend möglich gemacht haben.