Großoldendorf. Am 24. September 2020 hat sich der Gemeindevorstand der CDU Uplengen im OKM-Freizeitheim in Großoldendorf getroffen. Bei einem Rundgang unter Einhaltung der AHA-Regeln hat der Leiter des Freizeitheims, Hartmut Cobus, mit viel Herzblut von der Geschichte des christlichen Freizeitheims und den vielfältigen Angeboten berichtet. In diesem Jahr blieben die Betten wegen Corona an zahlreichen Wochen leer, auch viele Tagesveranstaltungen konnten nicht wie gewohnt stattfinden. Trotz der massiven Einnahmeausfälle blickt Hartmut Cobus mit Gottvertrauen zuversichtlich in die Zukunft, auch dank der Unterstützung durch Geldspenden aus ganz Deutschland.


Auf der Tagesordnung der Sitzung stand unter anderem die Vorbereitung des nächsten CDU-Kreisparteitags. Neben der Nominierung Parteitagsdelegierter wurde einstimmig beschlossen, dem Kreisvorstand MdL Ulf Thiele als neuen CDU-Bezirksvorsitzenden für Ostfriesland vorzuschlagen. Der CDU-Vorsitzende Matthias Caspers freut sich über dieses besondere Ereignis für den Gemeindeverband Uplengen: „Unsere CDU ist der Ort der politischen Willensbildung. Mit Ulf haben wir einen erfahrenen und gut vernetzten Parteipolitiker in den eigenen Reihen, der auf Teamgeist und Geschlossenheit setzt. Er verfügt mit seiner natürlichen Autorität über Führungsqualitäten, um mit neuen Ideen und Impulsen die CDU Ostfriesland inhaltlich und personell in eine erfolgreiche Zukunft zu navigieren.“

Nitrat und Pflanzenschutzmittel? Sickerwasser, Grundwasser oder doch Trinkwasser? Wo liegen die Unterschiede? In der Presse und im Internet liest man immer wieder Beiträge über erhöhte Nitrateinträge in den Boden, die sich teilweise stark auf die Qualität des Grundwassers auswirken können. Oft wird direkt die ansässige Landwirtschaft als alleiniger Verursacher ausgemacht.

Wie sich die Situation im Versorgungsbereich des Wasserversorgungsverbandes Moormerland-Uplengen-Hesel-Jümme darstellt, wie genau gemessen wird, welche Folgen dies hat und welche Maßnahmen zum Schutz unseres Grundwassers durchgeführt werden, darüber hat sich der Vorstand unseres Gemeindeverbandes im Rahmen einer auswärtigen Sitzung in den Räumen des Wasserversorgungsverbandes in Hasselt informiert.

Der Verband versorgt die rund 54.000 Einwohner aus Moormerland, Uplengen, Hesel, Jümme und Teilen von Leer mit Trinkwasser, das zwischen 30 und 100 Jahre alt ist.

Verbandsvorsitzender Hartwig Aden, Verbandsgeschäftsführer Heinz Hotze und Hinrich Sparringa von der Außenstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Leer informierten uns umfangreich über die Arbeit des Verbandes und die Kooperation der Wasserversorgungsverbände im Landkreis Leer mit den Landwirten innerhalb der Wasserschutzgebiete. Die Perspektive der Landwirtschaft vermittelten Justus Ackermann und Hilmar Mittag.


Es entwickelte sich zügig eine angeregte Diskussion, die bis in den späten Abend fortgesetzt wurde.
Schnell wurde klar: Einfache Antworten rund um das Thema der Nitrateinträge gibt es nicht. Neben erheblichen Unterschieden in den Messvorschriften ist auch der Schluss, dass allein die Landwirtschaft als Verursacher in Frage kommt, bei Weitem zu kurz gegriffen. Differenzierte und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze sind für eine ökologisch sowie ökonomisch nachhaltige Problemlösung unumgänglich.

Ostfriesland bzw. Leer hat zumindest im Moment noch kein Nitrat- bzw. Pflanzenschutzmittelproblem im Trinkwasser.
Die Notwendigkeit auch in unserer Region zukünftig Maßnahmen gegen Nitrat- und Pflanzenschutzmitteleinträge in das Grundwasser umzusetzen, besteht weiterhin, um die hervorragende Qualität unseres Trinkwassers auch für die Zukunft zu bewahren.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die diesen informativen Abend möglich gemacht haben.

Leider muss auch unser jährliches Weinfest im Zuge der Coronavirus-Epidemie abgesagt werden. Sicherheit und Ordnung stehen für den CDU-Gemeindeverband Uplengen an erster Stelle.

Gründe für Absage | Karriere-Magazin

Wir hoffen im nächsten Jahr wieder gemeinsam unser Weinfest feiern zu können. Bitte bleiben Sie bis dahin gesund!

Ihr CDU-Gemeindeverband Uplengen

Die Fraktion der CDU-Uplengen teilt Folgendes mit:

(Die Mitteilung gibt es auch als PDF, bitte auf diesen Link klicken)

In den vergangenen Wochen ist es wiederholt zu missverständlichen und zum Teil auch falschen Informationen zum Thema Windenergie in Uplengen gekommen.
Im Kommunalwahlkampf 2016 haben sich die CDU-Kandidaten für den Uplengener Gemeinderat bewusst nicht auf feste Abstände festgelegt, sondern immer auf faire Abstände. Grundprinzip war dabei immer, dass Mensch und Natur in Einklang gebracht werden.
Die CDU-Kreistagsfraktion hingegen hat im Rahmen der Diskussion zum Entwurf des regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Leer einen Mindestabstand von 1.000 Meter zu jeglicher Wohnbebauung gefordert. Der RROP-Entwurf des Landkreises Leer wurde im Januar 2019
mehrheitlich abgelehnt. Dadurch wurde die Planungshoheit auf die einzelnen Gemeinden übertragen.
Diese Planungen sind in Uplengen im Juli 2019 auf den Weg gebracht worden. In diesem Zusammenhang hat die CDU Ratsfraktion eine frühzeitige Information und Beteiligung der Uplengener eingefordert und beschlossen. Resultat dieser Forderung ist die geplante öffentliche Sitzung des Bau- und Siedlungsausschusses am 23.06.2020.
Die bisher erarbeiteten Entwürfe des Planungsbüros wurden den Ratsmitgliedern und Ortsvorstehern im Mai 2020 in zwei nichtöffentlichen Sitzungen erstmalig vorgestellt.
Politische Entscheidungen sind dazu bisher nicht getroffen worden!
Dieses Verfahren ist zwingend erforderlich, um den Windenergieausbau in Uplengen noch steuern zu können. Dabei ist es uns weiterhin wichtig, ein ausgewogenes Ergebnis zu erzielen – im Dialog mit den Uplengener Bürgern.

Entscheidungen werden nicht in Hinterzimmern getroffen!

CDU-Fraktion Uplengen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

aus Rücksicht voneinander Abstand halten. Das scheint in diesen Tagen die größte Herausforderung zu sein. Gleichzeitig wollen wir einander beistehen und unterstützen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert in Ihrer Fernsehansprache am 18.03.2020 an uns ALLE: „Wir müssen zeigen, dass wir herzlich und vernünftig handeln und so Leben retten. Dies ist eine historische Aufgabe: Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an.“

Auch als CDU Uplengen möchten wir einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise leisten, indem wir gesicherte Informationen auf dieser Homepage verbreiten und Sie auf aktuelle Entwicklungen hinweisen.

Das gewohnte Leben in unserer Gemeinde ist gebremst – es wird immer langsamer. Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir unser Miteinander durch Telefonate oder auf it-technischen Kommunikationswegen pflegen. Behalten Sie besonders die Älteren und Kranken in der Nachbarschaft im Blick. Vielleicht braucht jemand eine Einkaufshilfe.

Schon jetzt gibt es freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich aktiv für den Zusammenhalt in Uplengen einbringen. Wenn Sie Anregungen haben oder Unterstützung brauchen, schreiben Sie uns gerne per Mail an info@cdu-uplengen.de.   

Wir sagen allen Menschen DANKE, die gerade unter starkem Stress arbeiten und sich jeden Tag für die Grundversorgung und Sicherheit unserer Gesellschaft einsetzen.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Ihr CDU Gemeindeverband Uplengen

„Wir müssen das gesellschaftliche Leben weiter herunterfahren und unsere Gewohnheiten verändern, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.“ Das erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Ulf Thiele, zu den jüngsten Einschränkungen in nahezu allen Bereichen des öffentlichen, aber auch privaten Lebens. Diese sei „aus Verantwortung für uns alle“ notwendig, betonte der Politiker aus Remels. „Alles hat sich dem Schutz unserer Bevölkerung und der Gesundheit unterzuordnen, so sehr einige auch zweifeln mögen. Wir dürfen jetzt keine Zeit verlieren“, forderte er.

Um die medizinischen Systeme zu stärken und um die Folgen dieser Einschränkungen besonders für die Wirtschaft und damit auch für die Arbeitnehmer abzufedern, habe das Land Niedersachsen am Dienstag umfangreiche Hilfen beschlossen: „Die Landesregierung hat dem Landtag ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, mit dem sie zur Eindämmung der Auswirkungen der Corona-Krise insgesamt 4,4 Milliarden Euro zur Verfügung stellen wird. Der Landtag soll die Maßnahmen noch in dieser Woche beraten und in der kommenden Woche beschließen. Zur Stützung unseres Gesundheitssystems und der Wirtschaft stellen wir damit 1,4 Milliarden Euro an Barmitteln bereit“, so Ulf Thiele weiter. Zusätzlich werde der Bürgschaftsrahmen von zwei auf drei Milliarden Euro erhöht, so dass in Summe zunächst 4,4 Milliarden Euro zur Verfügung stünden.

„Dazu kommen die umfangreichen Maßnahmen des Bundes. Sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch die Bundesagentur für Arbeit haben im Internet Informations-Sonderseiten angelegt und für die Unternehmen Hotlines geschaltet“, sagte der Landtagsabgeordnete. Natürlich habe auch das niedersächsische Wirtschaftsministerium mehrere Nummern geschaltet, um den Unternehmen schnell mit Informationen zu helfen.

Alle Informationen gibt es unter: https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/coronavirus_informationen_fur_unternehmen/informationen-zu-den-auswirkungen-des-coronavirus-185950.html
„Es kommt jetzt darauf an, gerade den kleinen und mittleren Unternehmen unbürokratisch und schnell zu helfen. Es darf und wird keine unnötigen bürokratischen Prozesse geben. Die Hilfe soll dort ankommen, wo sie benötigt wird: Bei den Unternehmen und den Menschen vor Ort. Das werden wir sicherstellen“, betonte Ulf Thiele.

Neufirrel. Unter dem Leitgedanken “Organspende – Freiwillige Nächstenliebe oder gesellschaftliche Pflicht?“ hatte die CDU jetzt zu ihrem 3. Uplengener Dialog nach Neufirrel in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Vor mehr als 30 Personen haben die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (Befürworterin der doppelten Widerspruchslösung) und Pastor i. R. Gottfried Mahlke (Fürsprecher der Entscheidungslösung) mit klaren Argumenten und aus persönlichen Erlebnissen ihren jeweiligen Standpunkt leidenschaftlich dargestellt.

v.l.n.r.: Pastor i.R. Gottfried Mahlke, Matthias Caspers (1. Vorsitzender CDU-Uplengen), Gitta Connemann (MdB)

Bei allem Ringen um den besseren Weg zur Erhöhung der Organspenden, appellierten beide gemeinsam dafür, dass jeder Bürger mit Hilfe eines Organspendeausweises für sich selbst bestimme, entweder Organspender zu sein oder kein Organspender zu sein. Denn diese wichtige Entscheidung sollte bei Bedarf nicht von den Angehörigen im emotionalen Ausnahmezustand getroffen werden müssen.

Der kritische Austausch, unter Einbeziehung der Gäste, machte aber auch deutlich, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft den Tod und das Sterben noch immer mit allen Mitteln verdrängen. Dass bei der Organspende die Angst und Trägheit der Menschen größer ist als ihr Wille zu helfen. „Es war eine gewinnbringende Veranstaltung, zu einem zentralen Thema und mit kompetenten Gastrednern, die ein noch größeres Publikum verdient gehabt hätte. Auf jeden Fall wird es nicht die letzte Aktivität zum Thema Organspende sein“, so der Gemeindeverbandsvorsitzende der CDU Uplengen, Matthias Caspers.     

„Organspende – Freiwillige Nächstenliebe oder gesellschaftliche Pflicht?“ –
Freitag, 28. Februar 2020, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Neufirrel, Firreler Str. 141

Klicken Sie hier um den vollständigen Text lesen zu können.

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung unseres Gemeindeverbands am 09.01.2020 lud der 1. Vorsitzende Matthias Caspers in den Uplengener Hof in Remels ein. Gut 20 Mitglieder folgten der Einladung, darunter auch unser Landtagsabgeordneter Ulf Thiele, Johann Sandersfeld als Kreistagsmitglied, Olaf Eilers als Fraktionsvorsitzender aus dem Gemeinderat. Als Gäste waren Bürgermeister Heinz Trauernicht und Melanie Nonte, 1. Vorsitzende des CDU Kreisverbands Leer anwesend.

Nach den üblichen notwendigen Formalitäten wie Entlastung des alten Vorstands wurde den verstorbenen Mitgliedern mit einer Schweigeminute gedacht. Anschließend gab der 1. Vorsitzende einen Rückblick auf die vergangenen beiden Geschäftsjahre mit einem sich anschließenden kleinen Ausblick auf die Zukunft der CDU Uplengen.

Rückblick:

Die sommerlichen Grillabende wurden auf den Dorfplätzen in Nordgeorgsfehn (2018) und in Bühren (2019) veranstaltet. An beiden Abenden hatten wir Glück mit dem Wetter und viele Gäste kamen.

Die beliebteste und bekannteste Veranstaltung ist und bleibt allerdings das Weinfest. Am 24.08.2018 wurde das Weinfest zeitlich erstmalig in den wärmeren August vorgezogen, was uns einen größeren Gästeandrang bescherte. In 2019 wurde es wieder wie gewohnt auf den Freitag vor dem Herbstmarkt gelegt. Die ersten Planungen für 2020 laufen bereits wieder, jedoch soll zusätzlich eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden um die Arbeit wieder auf viele Schultern zu verteilen.

Neu im Veranstaltungskalender der CDU Uplengen ist der Uplengener Dialog. Erstmalig wurde dieser im Dorfgemeinschaftshaus Großoldendorf durchgeführt. Ulf Thiele und Dr. Klahr interviewten sich gegenseitig zum Thema „Europa, das christliche Abendland – Frisst die Reformation ihre Kinder?“ Beim ‚2. Uplengener Dialog‘ wurde in Großsander über Rechtsextremismus diskutiert.

Weitere neue Angebote sind das politische Frühstück mit Ulf Thiele im Bauernhofcafe Ostendorf und das CDU-Treffen mit den Gewerbetreibenden.

Ausblick:

Wir wollen erfolgreich bleiben. Uplengen geht es gut – auch dank der guten Politik der CDU. Dies verdanken wir den engagierten Mitgliedern im Gemeinderat und im Kreistag – und das soll so bleiben! Die Suche nach geeigneten Kandidaten der Kommunalwahl in 2021 wird daher bald beginnen. Zukünftig wollen wir nicht zur ortsnah sein, sondern auch den Frauenanteil erhöhen und jüngere Mitglieder finden.

Nach dem Rück- und Ausblick von M. Caspers standen die Neuwahlen des Vorstandes an. Gewählt wurden:

Geschäftsführender Vorstand:

1. Vorsitzender:                      Matthias Caspers

Stellv. Vorsitzende(r):             Simone Schonvogel / Bernd Diener

Schriftführerin:                       Gertrud Duis

Schatzmeisterin:                    Katja Welsch

Mitgliederbeauftrage:             Rudolf Fecht & Klaus-Dieter Coordes

Öffentlichkeitsarbeit:              Stefan de Vries

Für den erweiterten Vorstand:

Beisitzerin:                              Manuela Bruns

Beisitzer:                                 Heiko Ley

Beisitzer:                                 Peter Koch

Beisitzer:                                 Hartwig Aden

Beisitzerin:                              Christine Holtz

Beisitzer:                                 Albert Bolte

Allen gewählten Mitgliedern viel Erfolg!

Beim ‚2. Uplengener Dialog‘ wurde über Rechtsextremismus diskutiert
Großsander, 02. November 2019

Etwas mulmig sei ihm vor Beginn des Diskussionsveranstaltung‚ 2. Uplengener Dialog‘ schon gewesen, gestand der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Matthias Caspers nach dem Treffen im Dorfgemeinschaftshaus Großsander ein. Denn das Thema ‚Was tun gegen völkisches Denken und Nationalsozialismus? Was kann Bildung für eine demokratische Gesellschaft?‘ bot allein schon genügend Ansätze zum Streiten. Der bildende Künstler Cyrus Overbeck aus Duisburg, der mit dem CDU Landtagsabgeordneten Ulf Thiele die beiden thematischen Fragen beantwortete, hat in der Vergangenheit durch provokante Thesen sehr heftige Diskussionen insbesondere in Esens ausgelöst, die nicht nur verbal ausgetragen wurden: Es gab sogar körperliche Angriffe gegen Overbeck, der daraufhin aus seiner Wahlheimat nach Duisburg geflohen war. Aber in Großsander blieb es friedlich. „Das waren zwei Lehrstunden in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit“, freute sich Matthias Caspers. Bei den Redebeiträgen von Overbeck und Thiele wurde es nicht laut, sondern es war zumeist mucksmäuschenstill – so gebannt hörten die rund 40 Besucher zu.

Ulf Thiele (MdL), Matthias Caspers, Cyrus Overbeck


Besondere Aktualität hatte der Diskussionsnachmittag am Reformationstag durch das Wahlergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen knapp eine Woche vorher erhalten. Umso wichtiger sei es, die Diskussion über Rechtsextremismus zu führen und den Menschen deutlich zu machen, was deren Ideologie bedeute, mahnte Ulf Thiele in seinem Eingangsvortrag. Er zitierte mehrere Aussagen führender AfD-Funktionäre. Dass diesen „viel zu wenig“ widersprochen werde, zeige, „wir sind weiter als wir glauben“ auf dem Weg nach rechts, so der Landtagsabgeordnete. Deshalb seien solche Diskussionen wie in Großsander wichtig, mehr aber noch, bei menschenverachtenden Aussagen aufzustehen, „Mut zu haben und das Rückgrat immer gerade zu halten“.
Cyrus Overbeck zeigte sich erfreut wegen dieser klaren Positionierung. „Allen rechtsextremen Positionen muss man mit null Toleranz begegnen“, forderte der Künstler. Aber es gebe inzwischen viele Menschen, die die Ortsnamen Mauthausen oder Theresienstadt nicht mehr mit NS-Konzentrationslagern in Verbindung brächten. In der Bildungsarbeit sieht Overbeck eine ganz wichtige Aufgabe der Gegenwart und Zukunft. Und das gehe am besten über Zeitzeugenberichte, wobei deren Zahl immer weiter absinke, weil über sieben Jahrzehnte nach Kriegsende die meisten inzwischen gestorben seien. Umso wichtiger sei aber die Beschäftigung mit dieser Zeit des Schreckens.
Das sah auch Ulf Thiele so. „Wir müssen die jungen Menschen befähigen, durch das Wissen um die Vergangenheit die Bedeutung von Toleranz zu erkennen und diese Toleranz zu leben.“ Deshalb sei der Schüleraustausch zwischen den Ländern von ganz besonderer Bedeutung, um fremde Kulturen, Sitten und Gebräuchen kennen- und respektieren zu lernen, sagte der Landtagsabgeordnete. Die „humanistische Bildung“ sei sehr wichtig, betonte auch Overbeck. Man müsse in der Bildungsarbeit die Kritikfähigkeit fördern, denn „wir sind in der Demokratie davon abhängig, dass die Bürger Fragen stellen“. Nur so könnten sich starke Charaktere bilden, „die nicht so anfällig für einfache Parolen sind wie ein schwacher Charakter“, zeigte er sich überzeugt. Zu einer funktionierenden Demokratie gehöre auch das ehrenamtliche Engagement in Feuerwehren, Vereinen oder in der Kommunalpolitik. Dazu seien immer weniger Menschen bereit. „Uns bricht der gesellschaftliche Zusammenhalt im Bereich des Ehrenamtes weg“, warnte Ulf Thiele.
Auch das Thema, weswegen Overbeck massiv angefeindet wurde, kam zur Sprache: der Vorschlag, für die Bomberpiloten, die Esens im September 1943 angegriffen, zerstört und 165 Menschen, davon über 100 Kinder und Jugendliche, getötet hatten, ein Denkmal zu errichten. „Natürlich tun mir die Opfer unendlich leid“, sagte Cyrus Overbeck. Es sei ihm weniger um Esens gegangen, sondern darum, dass die Flugzeugbesatzungen der Alliierten die Kapitulation Deutschlands und Ende des Nazi-Regimes erreicht hätten – dabei seien rund 55.000 Männer in ihren Flugzeugen umgekommen.
Wie heftig er wegen seiner kritischen und auch provokanten Äußerungen angefeindet wurde, „hat mir Angst gemacht“. Vor allem aber die Attacken gegen sein Künstleratelier, sein Auto und gegen seine Person. Diese „Angst lähmt“, gestand Overbeck ein, doch genau das sei das Ziel von übersteigertem Nationalismus und Nationalsozialismus: hier werde mit „dem unbestimmten Moment der Bedrohung“ gearbeitet, um Angst, Vorsicht und Zurückhaltung zu erzeugen und Kritik zu verhindern.
Er lasse sich aber nicht einschüchtern, auch wenn die „Anfeindungen unheimlich“ seien. Aber er habe auch gute Freunde in Esens, die ihn unterstützten.